Weitermachen!

Das 3:0 gegen Fortuna Köln sorgt endlich wieder für fröhliche Gesichter. Gewonnen ist aber noch nichts

Pure Erleichterung herrschte am Sonntag nach Abpfiff der 90 Minuten gegen Fortuna Köln. Bei Spielern, Trainern und auch den über 6000 Meppener Zuschauern im Stadion. Das 3:0 bedeutete zum einen neuen Mut im Abstiegskampf, zum anderen beendete es die fast zweimonatige Sieglos-Serie, in der sich die Stimmung im Umfeld auch immer mehr zu verfinstern drohte. Gewonnen ist durch den vierten Saisonsieg aber noch rein gar nichts.

16 Punkte aus 17 Spielen sind nach wie vor die Bilanz eines Absteigers. Eine Situation, in die man sich insbesondere durch die zahlreichen Last-Minute-Gegentore selbst manövriert hat. Ohne den Gegentreffer in Zwickau am letzten Wochen, wäre der SVM gestern bereits an den Kölnern und Carl Zeiss Jena vorbei- und nach Punkten zum FSV gleichgezogen, anstatt nun weiterhin drei Zähler hinterherzuhinken. Man muss kein Prophet sein, um die Bedeutung des Auswärtsspiels in Jena am Freitag zu erkennen. Verlieren? Verboten!

Endlich wieder blitzsauberer Umschaltfußball

Hoffnung macht der überzeugende und vollkommen verdiente Sieg gegen Fortuna aber natürlich trotzdem. Denn es hat endlich mal wieder das geklappt, was den Verein in der letzten Saison so unheimlich stark gemacht hatte: Blitzsauberer Umschaltfußball. Ein Tor wie das 2:0 durch Marius Kleinsorge hat man schon lange nicht mehr im Emslandstadion gesehen: Nick Proschwitz gewinnt das Kopfballduell, Martin Wagner leitet direkt auf den Fahrt aufnehmenden Nico Granatowski weiter und der bedient den perfekt einlaufenden Kleinsorge mustergültig – so einfach und schön kann Fußball sein.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Fortuna solche Situationen überhaupt zugelassen hat. Die meisten anderen Gegner – so scheint es in dieser Saison – haben sich wesentlich besser auf das Meppener Spiel eingestellt. Konterchancen sind häufig Mangelware. So leicht wie am Sonntag, hatte es der diesmal bärenstarke Kleinsorge auch schon ganz lange nicht mehr. Man muss klipp und klar sagen, dass die Kölner in der derzeitigen Verfassung nicht drittligatauglich sind. Immerhin gelang unter dem neuen Trainer in insgesamt 480 Minuten – davon 120 im Pokal gegen Regionalliga-Schlusslicht TV Herkenrath – noch nicht ein einziger Treffer!

Ein beeindruckendes Comeback

Der nächste Schlüssel zum Erfolg: Die Standards. Bei Hassan Amins Hereingaben – besonders denjenigen, die scharf vor das Tor kamen – brannte es immer und immer wieder lichterloh im Fortuna-Strafraum. Dass eine der herausragend getretenen Ecken schließlich zum 1:0 führte, war die logische Konsequenz.

Ein Sonderlob gebührt indes mal wieder Markus Ballmert. Schon im letzten Jahr war er quasi die Allzweckwaffe im Kader, ganz gleich, ob er im defensiven Mittelfeld oder als Rechtsverteidiger aufgestellt wurde. An den ersten 15 Spieltagen in dieser Saison wurde er aufgrund seiner hartnäckigen Fußverletzung nicht nur einmal schmerzhaft vermisst. Umso beeindruckender, wie er gleich in seinen ersten beiden Spielen zurückkommt – und seine Allrounder-Fähigkeiten gleich wieder unter Beweis gestellt hat. In Zwickau als Rechtsverteidiger tadellos und mit einer Flanke zum Tor. Gegen Köln kurzfristig durch den Ausfall von Thilo Leugers ins Mittelfeld versetzt und auch dort mit seiner Zweikampfstärke ein sehr starkes Spiel gemacht. Schön, dass er wieder da ist!

Lars Schröer

Sören Eismann ist egal

Die Ansetzung im über 500 Kilometer entfernten Jena auf einem Freitagabend ist zweifelsohne bescheiden und es wird genügend Leute geben, die aus nachvollziehbaren Gründen nicht vor Ort sein können. Wer es jedoch schaffen kann, sollte unbedingt versuchen, die Mannschaft in Thüringen zu unterstützen. Dass sie will, hat sie am Sonntag bewiesen. Dass sie kann, ebenso. Das Spiel in Jena ist mit Blick auf die Tabelle unglaublich wichtig – und eine Konzentration auf Sören-Eismann-Beleidigungen unnötig und kontraproduktiv. In diesem Sinne: Weitermachen!

HN

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