Vormachtstellung

Das Warten hat ein Ende: Heute ist Derby! Und trotzdem, zumindest wenn man in die müden Augen derer schaut, die es mit dem – kurzum gesagt – falschen Verein halten, ist da wenig Enthusiasmus zu spüren. Während in Meppen innerhalb kürzester Zeit alle Karten aus dem Gästeblockkontingent verkauft waren, sind auf Osnabrücker Seite noch Plätze frei.

Das ist erklärbar. Und umso vielsagender. Denn heute Abend könnte es zu einer Wachablösung kommen.

Jahrelang hieß Derby in Meppen immer Oldenburg – und viel zu häufig hieß es auch Niederlage. Derweil fochten die „großen Nachbarn“ aus Osnabrück und Münster Ihre ganz eigene Rivalität aus. Spätestens als am 10. September 2011 ein Komplettverirrter eine Bombe an der Bremer Brücke zündete, hatte die Rivalität zwischen Osnabrück und Münster ein neues Level erreicht. Und Spiele gegen den SV Meppen, an die sich mancher sowieso kaum noch erinnern konnte, gerieten in den Hintergrund.

Erfolge im Jugendbereich

Egal, denn heute ist Derby, und mindestens 2.500 Emsländer werden sich auf den Weg machen. Um ihre Mannschaft zu unterstützen, nach vorne zu treiben und den zweiten Sieg über Lila-Weiß in der ersten Drittligasaison zu feiern. Das wäre mehr als nur Prestige, mehr als ein Teilerfolg. Es wäre die Umkehrung der Machtverhältnisse.

Denn auch im Juniorenbereich hat sich das JLZ Emsland – nach einer waschechten Krise vor eineinhalb Jahren – zurück in den Dunstkreis des VfL Osnabrück gespielt. In der C-Jugend spielen beide in der Regionalliga. In der B-Jugend spielen beide Vereine um den Aufstieg in die Bundesliga. Und die A-Junioren des JLZ könnten im Erfolgsfall in diesem Sommer ebenfalls in die Bundesliga aufrücken.

Die Nummer vier in Niedersachsen?

Mit einem Sieg heute Abend, mit einer Vergrößerung des Abstands in der Tabelle und – womöglich – mit einer besseren Platzierung zu Saisonende würde der SV Meppen offiziell zur viertstärksten Kraft in Niedersachsen aufsteigen. Hinzu kommen wirtschaftliche Stabilität, Begeisterung in der Region und emotionaler Fußball. Könnte uns aus Osnabrück, bitte, jemand das Wasser reichen?

Sicherlich eine Momentaufnahme. Aber eine, die bei Spielerverhandlungen, bei der Sponsorensuche und bei Argumenten für Talente eine wichtige Rolle spielt. Also bleiben heute Abend vielleicht einige Stühle leer. Der Gästeblock und viele Sitzreihen nebenher werden mit blau-weißen Farben gefüllt sein. Denn wir wissen, worum es geht. Mindestens um einen Derbysieg.

T.A.

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